Das Tier mit den großen braunen Augen erobert Deutschland. Vier Füße, kuschelweich und süß – das Alpaka

Flauschiges Fell, riesige, dunkle Kulleraugen und eine friedliche Ausstrahlung: Das Alpaka. Viele Menschen erfreuen sich im Internet seit einiger Zeit an Videos und Fotos der kuscheligen Trendtiere. Ursprünglich kommt die domestizierte Kamelform aus Lateinamerika. Doch ihre Zahl steigt in Europa stetig.

Seit 2012 sind Daniela und Markus Enßner stolze Alpakabesitzer. Früher standen zwei Pferde auf ihrem Hanggrundstück. Das erwies sich bei Regen weder gut für den Boden, noch für die Tiere selbst.

Die Familie suchte eine andere Möglichkeit das Stück Land bestmöglich zu nutzen. Lange überlegten sie umher. Ziegen vielleicht? „Nein, zu langweilig“, dachte Daniela Enßner.

Eines Tages bei einem Zoobesuch mit ihren fünf Kindern, sah sie die vierbeinigen Wollknäuel mit ihren Augen und stupste ihren Ehemann sofort enthusiastisch an: „Hey, wie wär’s mit Alpakas!“, schlug sie vor.

Zunächst war Markus Enßner nicht Feuer und Flamme für die Idee seiner Frau.

Doch nachdem sie sich über ein Jahr immer mehr mit den sogenannten Neuweltkameliden und ihrer artgerechten Haltung auseinandersetzten, absolvierten sie schließlich den erforderlichen Sachkundenachweis beim Veterinäramt.

Dabei lernten sie unter anderem, dass es zwei verschiedene Arten von Alpakas gibt. Zum einen die Huacaya, und zum anderen die Suri. Letztere sind weitaus seltener und wurden durch die gezielte Zucht vor dem Aussterben bewahrt. Die Suri zeichnen sich durch ihre langen, nach innen gedrehten Locken aus und die Faser erinnert fast an Seide.

Die Herdentiere müssen mindestens zu zweit auf einer 1000 Quadratmeter Koppel stehen. Jedoch gilt zu beachten, Stuten und Hengste sollten getrennt voneinander gehalten werden. Alpakas werden rund 25 Jahre alt und einmal im Jahr geschoren, dabei ergibt sich ein Wollertrag zwischen zwei und sechs Kilogramm.

In Deutschland sind sie nicht nur wegen ihres Fells beliebt, sondern werden auch wegen ihrer beruhigenden Wirkung zum Beispiel in der tiergestützten Therapie eingesetzt.

Vor drei Jahren war es bei den Enßners endlich soweit. Ihre erste Alpakawanderung startete über Wald und Feld. „Da waren wir schon stolz.“, erzählt der Familienvater.

Die „Aurachtal Alpakas“ können in Wollersdorf, in der Nähe von Neuendettelsau bewundert werden. Neben den Wollprodukten und den Wanderungen mit den Tieren ist in Zukunft noch ein Alpaka-Café geplant.

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/Redaktionsteam: Can Akgök, André Raffi Gasser, Susanne Grünzweig