Frankfurt aktuell: Lufthansa-Piloten beenden ihren Streik

Die Piloten der Lufthansa haben ihren zwei Tage währenden Streik am späten Dienstagabend kurz vor Mitternacht wie angekündigt beendet. Nachdem der Streik am Montag auf Kurz- und Mittelstrecken begonnen hatte, wurden am Dienstag auch die Interkontinentalflüge ausgesetzt. Die Airline hatte insgesamt 1511 Flüge im gesamten Flugverkehr gestrichen, betroffen waren etwa 166.000 Passagiere. Die 35-stündige Streikwelle der Piloten traf vor allem Kunden auf Strecken von und nach Frankfurt.

Indes droht die Pilotenvereinigung „Cockpit“ jedoch schon mit weiteren Streiks. „Sollte sich im Tarifkonflikt weiterhin nichts tun, sollte bei der Lufthansa weiter gemauert werden, dann schließen wir weitere Streiks diese Woche nicht aus“, sagte „Cockpit“-Sprecher Markus Wahl im ARD-Morgenmagazin. Wie Wahl weiterhin betonte, seien die Piloten aber jederzeit gesprächsbereit und hofften auf ein neues verbessertes Angebot der Lufthansa.

Börsenexperten bezifferten den Verlust für Europas größte Fluggesellschaft durch den zweitägigen Streik auf circa 30 Millionen Euro.

Dabei hatte sich der aktuelle Tarifkonflikt im Wesentlichen an den Übergangsrenten für die 5400 Piloten bei Lufthansa und germanwings entzündet. Demnach können Piloten frühestens mit 55 Jahren in den bezahlten Ruhestand gehen und tun dies in der Regel mit 59 Jahren. Sie bekommen dann bis zu 60 Prozent ihrer letzten Bezüge ausgezahlt. Die Lufthansa will aber das Renten-Durchschnittsalter wegen der hohen Kosten und der auf 65 Jahre hochgesetzten Altersgrenze für Verkehrspiloten schrittweise auf 61 Jahre anheben. Dies lehnt die Gewerkschaft „Cockpit“ jedoch strikt ab.

Zudem pocht „Cockpit“ auf zehn Prozent mehr Gehalt über 24 Monate. Die Lufthansa bietet dagegen zunächst eine vom Geschäftserfolg abhängige Steigerung an, die ab 2016 ein Plus von drei Prozent für die Piloten bedeuten würde.

(MM – 20141022-1)
IMG_1653-0.JPG