Karlsruhe / Deutschland aktuell: Haftbefehle gegen zwei mutmaßlicher Mitglieder der ausländischen terroristischen Vereinigung "Al-Shabab"

Der Generalbundesanwalt hat am gestrigen Samstag (20. September 2014) aufgrund von Haftbefehlen des
Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 17.September 2014

den 30-jährigen deutschen und tunesischen Staatsangehörigen Mounir T. und den 22-jährigen deutschen Staatsangehörigen Abdiwahid W.

am Flughafen in Frankfurt am Main durch Beamte des Bundeskriminalamts festnehmen lassen.

Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, sich als Mitglieder an
der ausländischen terroristischen Vereinigung „Al-Shabab“ beteiligt
zu haben (§§ 129b i.V.m. 129a Abs. 1 StGB)

Die ausländische terroristische Vereinigung „Al-Shabab“ verfolgt
in erster Linie das Ziel, die gegenwärtige somalische Regierung mit militärischen Mitteln zu stürzen und ein allein auf islamischem Recht
(Sharia) basierendes großsomalisches Kalifat zu errichten. Darüber hinaus beteiligt sich die Organisation durch Internetpropaganda und Anschläge in Somalia und anderen Ländern Ostafrikas am globalen Jihad. Unter anderem hat „Al-Shabab“ die Sprengstoffanschläge auf ein
äthiopisches Restaurant und einen Rugbyclub in der ugandischen Hauptstadt Kampala im Juli 2010 mit mindestens 75 Toten verübt. Zudem
hat die Vereinigung die Verantwortung für den Überfall auf das „Westgate“-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi im September letzten Jahres übernommen, bei dem mehr als 60 Menschen getötet und fast 200 verletzt wurden.

Die Beschuldigten sollen im Jahr 2012 von Deutschland aus nach Somalia gereist sein, um sich der ausländischen terroristischen
Vereinigung „Al-Shabab“ anzuschließen. Sie sind dringend verdächtig, in einem Lager der Terrororganisation eine Ausbildung im Umgang mit Schusswaffen und Handgranaten durchlaufen und in der Folge an Einsätzen der Terrororganisation teilgenommen zu haben.

Die Beschuldigten wurden am 29. August 2014 in Kenia festgenommen
und am gestrigen Samstag (20. September 2014) nach Deutschland
abgeschoben, wo sie bei ihrer Ankunft am Flughafen in Frankfurt am Main verhaftet wurden.

Am heutigen Sonntag (21. September 2014) wurden sie dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnet und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.

Mit den weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen hat der Generalbundesanwalt das Bundeskriminalamt beauftragt.

AG (Raffi)

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