Laute Musik, Menschengedränge, viel Alkohol und das Verlangen nach Sicherheit – Alles Komponenten eines Besuchs auf einem Volksfest – Kommentar

Zahlreiche Kinderwägen und Kinder sehe ich vor mir. Ich befinde mich auf dem Annafest in Forchheim. Eine Situation, wo es mir kalt den Rücken herunterläuft. Warum setze ich (m)ein Kind einer solchen Situation aus – schießt es mir als erstes in den Kopf. Natürlich dürfen auch Kinder in Begleitung ihrer Eltern Spaß haben – aber muss es auf einem Bierfest sein?

 

Hier ein Kinderwagen, dort ein Knirps… Überall. Die eine Mutter fährt mir inzwischen das dritte Mal mit ihrem Gefährt in den Fuß. Das Gelände alles andere als komfortabel. Es geht einen Berg mehrere hundert Meter hinauf, mit einer Steigung von 50 Metern. Rechts und Links des Weges befinden sich Fressbuden und Vergnügungsgeschäfte. Ein ganz gewöhnliches Volksfest.

 

Oben auf dem Berg angekommen, eine völlig andere Situation. Viel zu laut eingestellte Musik, viel Alkohol, eine tobende Menge von Erwachsenen und halbstarken Jugendlichen. Mittendrin die Mütter mit ihren Kinderwägen und kleinen Kindern. Aber warum? Beim herumblicken sehe ich, wie sich Kinder die Ohren zuhalten. Selbst mir ist die Musik viel zu laut.

 

Die Eltern nehmen dies einfach hin und maßregeln ihre Sprösslinge auch noch, dass sie „gefälligst mitkommen sollen“. Ist das so selbstverständlich inzwischen? Zwar ist im Jugendschutzgesetz nicht spezifisch geregelt, dass junge Kinder nicht auf ein Volksfest sollen oder dürfen, aber es sollte, im Interesse aller, mit wohlgehüteter Hand agiert werden.

 

Mütter und Väter des 21. Jahrhunderts: Achtet auf euren Nachwuchs! Die Ohren eurer Kinder sind empfindlicher als eure, auch könnt ihr nicht erahnen, was eure Sprösslinge empfinden.

Helft ihnen und nehmt auf sie acht.

Auch der Brandschutz sollte beachtet werden. Stellt eure Kinderwägen nicht mitten in den Weg – Sicherheit geht jedem etwas an.

In diesem Sinne, eine schöne Volksfestzeit!

/Raffi Gasser