Nürnberg und Deutschland: Botulismus lässt Wasservögel verenden

Seit Beginn dieser Woche sind circa 75 Schwäne, Gänse und Enten am Kleinen und Großen Dutzendteich, am Silbersee, am Flachweiher und an den beiden Nummernweihern verendet.

Die Feuerwehr und der Servicebetrieb Öffentlicher Raum haben sie geborgen. Eine Amtstierärztin des städtischen Ordnungsamts hat eine Lähmung der Muskulatur bei schwerkranken, noch lebenden Tieren diagnostiziert. Diese Symptome und die Jahreszeit sprechen für Botulismus, einer lebensbedrohlichen Vergiftung.

Auslöser ist das äußerst starke Nervengift Botulinumtoxin, das vom Bakterium Clostridium botulinum, einem strikt unter Luftabschluss wachsenden Keim, gebildet wird.

Besonders bei hohen Temperaturen vermehrt sich dieses Bakterium, insbesondere im sauerstoffarmen und feucht-matschigen Umfeld im Uferbereich von Gewässern. Botulismus ist eine Intoxikations- und keine Infektionskrankheit. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht. Eine Absperrung der Bereiche ist nicht erforderlich. Tote oder offensichtlich geschwächte Tiere sollen aber nicht angefasst werden. Tote Tiere sammelt die Feuerwehr und der Servicebetrieb Öffentlicher Raum ein. Sie werden vorschriftsmäßig entsorgt. Leidende und geschwächte Tiere werden aus Tierschutzgründen von den Amtstierärzten des Ordnungsamts mit einer Spritze von weiteren Leiden erlöst.

Eine verendete Wildente wurde zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen zur Untersuchung auf Geflügelpest gebracht. Das Untersuchungsergebnis war negativ. Durch Botulismus verenden im Sommer immer wieder viele Wasservögel, nicht nur in Nürnberg. Das Auftreten von Botulismus ist kein Indiz für eine besondere akute Belastung eines Gewässers.

Botulismus wird durch das weit verbreitete Werfen von Brot und Brötchen ins Wasser gefördert, da die Teile, die nicht gefressen werden, zu Boden sinken und einen idealen Nährstoff für den Keim bieten.

Im Übrigen schadet das Füttern mit Brot und Brötchen auch der Gesundheit der Wasservögel generell.

Die Bürgerinnen und Bürger werden deshalb gebeten, Wasservögel nicht mit Brot und Brötchen zu füttern.

AG (Raffi)
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