Wahlen aktuell: Riexinger, Linken-Chef: "Die Wähler, an denen der Aufschwung vorbeigegangen ist und die sozial ausgegrenzt sind, haben uns offensichtlich nicht gewählt"

Bernd Riexinger, Parteivorsitzender Die Linke, heute bei n-tv zu den Ergebnissen der Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen

Zu den Stimmenverlusten der Linken in Brandenburg:

„Das ist unbestritten ein Dämpfer für uns, obwohl ja die Linke in Brandenburg durchaus eine gute Bilanz vorzeigen kann. Ich glaube, diese gute Bilanz ist in erster Linie der SPD zugeschrieben worden und die Wähler, an denen der Aufschwung vorbeigegangen ist und die sozial eher ausgegrenzt sind, haben uns offensichtlich nicht gewählt. Wir sind auch ein bisschen dem zum Opfer gefallen, dass es einen sehr niedrige Wahlbeteiligung gab. Wir konnten wohl unsere eigenen Wählerschichten nicht genügend mobilisieren.“

Zu den Chancen einer rot-rot-grünen Koalition in Thüringen:

„Wir sehen dort eine Mehrheit, wenn auch eine knappe, für Rot-Rot-Grün. Jetzt liegt es an der SPD und den Grünen, das auch umzusetzen. Eine Fortsetzung der Koalition SPD und CDU würde Stagnation bedeuten, auch für die SPD. Es ist höchste Zeit, in Thüringen den Wechsel zu einem Reformbündnis nach links zu machen.“

„Wir haben ja im Vorfeld schon gesehen, dass die Programme, mit denen beide Parteien in den Wahlkampf gezogen sind, zu 80 Prozent übereinstimmen, also die inhaltlichen Schnittstellen sind sehr groß. Die SPD musste ja jetzt die Erfahrung machen, dass eine Koalition mit der CDU ihr selber schadet. Sie hat ein ganz schlechtes Ergebnis erzielt. Jetzt wäre es an der Zeit, da die Schlussfolgerungen zu ziehen und den Sprung nach vorne zu wagen.“

AG (Raffi)IMG_1231-25.TIF