World aktuell: 13. Aktionswoche des Fairen Handels in Berlin eröffnet Mehr als 2.000 Veranstaltungen zeigen die vielfältigen Gesichter des Fairen Handels

Am heutigen Freitag startet die 13. Faire Woche, die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland. Unter dem Motto „Ich bin Fairer Handel“ werden bis zum 26. September bundesweit mehr als 2.000 Aktionen von Weltläden, Supermärkten, Schulen, Gastronomen, Kirchen- und Umweltgruppen, Verbraucherorganisationen, Städten und Privatpersonen den Fairen Handel sicht- und erlebbar machen. Veranstalter der Aktionswoche ist das Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und Weltladen-Dachverband. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat die Schirmherrschaft übernommen.

Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Vom Kaffee über den Orangensaft bis hin zur Schokolade. Wir konsumieren täglich Produkte, die über tausende von Kilometern nach Deutschland importiert werden. Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte kann jeder Einzelne selbst dazu beitragen, dass die lokalen Produzenten am anderen Ende der Welt direkt von diesem Handel profitieren.“ Das BMZ unterstütze daher seit langem den Fairen Handel und sehe darin ein wirkungsvolles Instrument der Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ selbst nimmt an der Aktionswoche aktiv teil. Zum wiederholten Male beteiligt sich der Kantinenpächter im Bonner Ministerium an der Fairen Woche und wird im Rahmen einer kulinarischen Entdeckungsreise mit Fairtrade-Produkten die Aktion unterstützen. Die Kantine bietet aber nicht nur zur Aktionswoche fair gehandelte Produkte an, sondern hat diese auch regulär im Angebot.

Über die Wirkungen des Fairen Handels und die vielen Gesichter, die er auch auf Seiten der Handelspartner hat, berichtete Juan Aquino Vilchez von der peruanischen Fairtrade-Bananen-Kooperative Acproboquea aus erster Hand. „Mit dem Fairen Handel können wir endlich planen. Gemeinsam erzielen wir bessere Preise, können umweltfreundlich anbauen und eine höhere Qualität anbieten. Dies alles schafft für uns und unsere Kinder eine Perspektive“, erklärte Vilchez.

Robin Roth, Vorsitzender des Forum Fairer Handel, stellte das starke Wachstum des Fairen Handels vor. „Seit Jahren verzeichnen wir zweistellige Wachstumsraten in Deutschland, zuletzt auf gut 780 Mio. Euro“, erklärte Roth. Das schaffe zum einen immer mehr Handelspartnern weltweit Perspektiven für die Gestaltung ihrer Zukunft. „Auf der anderen Seite erreicht der Faire Handel so auch in Deutschland immer mehr Menschen – seien es Verbraucherinnen und Verbraucher, die Produkte mit einer hervorragenden Qualität geboten bekommen, oder Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht am Beispiel des Fairen Handels etwas über globale Zusammenhänge lernen oder die rund 100.000 Menschen, die sich für den Fairen Handel engagieren und so einen wichtigen Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement leisten.“ Durch die wachsenden Angebote des Fairen Handels könnten so auch hierzulande immer mehr Menschen sagen: „Ich bin Fairer Handel“. An die Politik appellierte er, die wichtige Unterstützung des Fairen Handels fortzusetzen. Gleichzeitig müsse darauf geachtet werden, dass durch handelspolitische Maßnahmen Erfolge des Fairen Handels nicht wieder zunichte gemacht werden, sagte er mit Verweis auf die geplanten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und einigen afrikanischen Staaten.

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